Digitales Geländemodell (DGM) vs. Digitales Oberflächenmodell (DOM) - Wo ist der Unterschied?
- 2. Aug. 2024
- 2 Min. Lesezeit
Bei Vermessungsprojekten mit Drohnen tauchen häufig zwei Begriffe auf: Digitales Geländemodell (DGM) und Digitales Oberflächenmodell (DOM). Beide Modelle werden aus Luftbildern oder Laserscandaten berechnet und dienen als Grundlage für Planungen, Analysen und Dokumentationen. Doch worin liegt der Unterschied und welches Modell wird wann benötigt?
Was ist ein Digitales Oberflächenmodell (DOM)?
Ein Digitales Oberflächenmodell (DOM) bildet die Erdoberfläche inklusive aller darauf befindlichen Objekte ab. Dazu zählen:
Gebäude
Bäume und Vegetation
Fahrzeuge
technische Anlagen
sonstige Aufbauten
Das DOM stellt also die „sichtbare Oberfläche“ dar und zwar exakt so, wie sie von der Drohne erfasst wird.
Typische Einsatzbereiche eines DOM
Bestandsaufnahmen von Baugebieten
Volumenberechnungen bei Baustellen
Dokumentation von Gewerbeflächen
Analyse von Photovoltaik- oder Dachflächen
Stadt- und Projektplanung
In Städten wie Kiel, Lübeck oder Flensburg wird das DOM häufig zur Visualisierung von Bauprojekten oder zur Planung von Erweiterungen genutzt.
Was ist ein Digitales Geländemodell (DGM)?
Das Digitale Geländemodell (DGM) zeigt hingegen ausschließlich die reine Geländeform – ohne Gebäude, Vegetation oder sonstige Objekte. Hierbei werden alle störenden Elemente rechnerisch entfernt, sodass nur die topografische Struktur des Bodens übrig bleibt.
Typische Anwendungsbereiche
Entwässerungs- und Drainageplanung
Hochwasser- und Starkregenanalysen
Deich- und Küstenschutzprojekte
Landwirtschaftliche Flächenanalysen
Infrastruktur- und Straßenplanung
Gerade in hochwassergefährdeten Gebieten, z. B. in Teilen Schleswig-Holsteins, spielt das DGM eine wichtige Rolle bei der Bewertung von Geländegefällen und Wasserabfluss.

Die zentralen Unterschiede zwischen DGM und DOM
Digitales Oberflächenmodell (DOM) | Digitales Geländemodell (DGM) |
Enthält Gebäude und Vegetation | Entfernt Gebäude und Vegetation |
Abbildung der sichtbaren Oberfläche | Abbildung der reinen Geländeform |
Ideal für Visualisierung und Bestandsdokumentation | Ideal für Planung und hydrologische Analysen |
Welches Modell ist das richtige für Ihr Projekt?
Die Wahl zwischen DGM und DOM hängt vom Projektziel ab:
Geht es um Bestandsaufnahme oder Visualisierung, ist meist ein DOM sinnvoll.
Steht die Geländeform, Entwässerung oder Planung im Fokus, wird ein DGM benötigt.
Häufig werden sogar beide Modelle kombiniert, um umfassende Analysen zu ermöglichen.
Fazit
Der Unterschied zwischen einem Digitalen Geländemodell und einem Digitalen Oberflächenmodell liegt vor allem darin, ob Objekte berücksichtigt oder entfernt werden. Beide Modelle sind zentrale Werkzeuge der Drohnenvermessung und spielen bei Bau-, Infrastruktur- und Umweltprojekten eine wichtige Rolle.

